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Teilnehmerrekord beim diesjährigen Waldumgang: Viele Infos und gutes Klima!


„Ist es das interessante Thema ´`  Klimawandel im Wald´, das schöne Wetter oder liegt es an Öschingen, dass heute so viele dabei sind“, fragt Oberbürgermeister Bulander schmunzelnd beim Waldumgang am Freitag, 11. Oktober 2019 bei der Begrüßung von über 80 Wald-Interessierten.
 
Los ging es am Öschbachtalhof am Ortsausgang von Öschingen. Förster Magnus Daferner mit seinen Kollegen Joachim Kern und Alexander Köberle, dem Leiter der Abteilung Forst im Landratsamt, führte quer durch den Wald im Bereich Salacher Holzwiesen und Rahnberg. Viele Infos gab es zum Thema Klimawandel: Wie reagieren die einzelnen Baumarten Fichte, Ulme, Ahorn, Eiche und Buche auf die Klimaveränderungen, welche Schädlinge setzen den Bäumen zu, was sind die Bäume der Zukunft, wie steht der Mössinger Wald da…. . Neben den Problemen, die es bei allen Baumarten mehr und weniger gibt, die gute Nachricht vorweg: „Der Mössinger Gesamtwald ist nicht in Gefahr“, so Förster Daferner als Fazit. „Schon vor dreißig Jahren wurde auf Mischwald gesetzt, wir sind auf einem guten Weg“.
 
Trotzdem, die Klimaveränderungen machen sich bemerkbar und die Schäden sind deutlich erkennbar. Klimaveränderungen laufen aktuell schneller ab als in der Vergangenheit. Alleine von den letzten 12 Monaten waren 11 Monate im Vergleich der letzten 30 Jahren zu warm. Im Jahr 2019 waren sieben Monate zu trocken. Die Extreme nehmen erkennbar zu, Schädlinge vermehren sich und neue kommen dazu. 
 
Daferner zeigt, wie der Borkenkäfer der Fichte, die bisher als „Brotbaum“ galt und heute Sorgenkind Nummer eins ist, zu schaffen macht. Mit Axt und Becherlupe konnten die Waldumgänger den kleinen Käfer sehen. 2- 3 Borkenkäfer Generationen gibt es pro Jahr. Sie vermehren sich 20fach, so dass aus drei Generationen und Geschwisterbruten aus einem Käfer 8.000  Borkenkäfer hervorgehen. Wenn es nach Sturm oder Trockenheit zu Massenvermehrungen kommt, werden auch stehende Bäume befallen. Magnus Daferner rät, den Bestand auch im Privatwald laufend zu kontrollieren. Bei Befall müssen die Bäume so schnell wie möglich aus dem Wald.
 
Beim Nadelholz setzt man auf Alternativen wie die Douglasie, die eine hohe Wuchleistung hat und bisher keine nennenswerten Schädlinge aufweist. Auch die Weißtanne kann ein gewisser Ersatz für die Fichte sein. Beim Laubholz gilt die Eiche als Zugpferd im Klimawandel, aber auch da ist die Entwicklung der Schädlinge wie der Eichenprozessions- und Schwammspinner, die im Zuge des Klimawandels verstärkt auftreten, zu beobachten. Der Waldbau ist ein Generationenvertrag. Er ist geprägt durch eine gewisse Unsicherheit bzgl. Temperaturanstieg, Wetterextreme und neue Krankheiten. Wichtig ist es auf Mischwälder und baumartenreiche Verjüngungen zu setzen und damit das Risiko zu streuen, so Magnus Daferner.
 
Auch wenn der Stadtwald zwei sehr trockene Jahre hinter sich hat, steht er im Vergleich zu vielen anderen Wäldern gut da. „Dieses Jahr wurden 300 Festmeter Schadholz am Farrenberg gemacht, das fällt bei anderen an zwei Tagen an“, so Daferner.
 
Oberbürgermeister Bulander bedankte sich herzlich bei Förster Magnus Daferner und seinem Team für den aufschlussreichen und interessanten Nachmittag. „Wir hatten heute einen Fridays for Future Tag. Mössingen ist seiner Zeit voraus, wir haben schon vor 30 Jahren auf Mischwald gebaut“, so Bulander.
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